Cobots und Automatisierung: Lohnt sich die Investition?

In der Produktion sind Cobots (kollaborative Roboter) eine der revolutionärsten Entwicklungen der letzten Jahre. Sie ermöglichen eine enge Zusammenarbeit mit menschlichen Arbeitskräften und können viele der traditionell manuellen und wiederholbaren Aufgaben übernehmen. Doch stellt sich die Frage: Ist die Automatisierung mit Cobots immer wirtschaftlich? Dieser Beitrag versucht, diese Frage durch eine eingehende Betrachtung verschiedener Aspekte der Cobot-Nutzung zu beantworten.

Anwendungsbereiche von Cobots

Cobots sind speziell für Aufgaben konzipiert, die wiederholbar und manuell sind. Diese Aufgaben können in der Nähe menschlicher Arbeitskräfte ausgeführt werden und nicht unbedingt komplizierte Fingerfertigkeit, kritische Entscheidungen oder Echtzeitbeurteilungen erfordern. Einige prominente Beispiele sind Maschinenbedienung und Pick-and-Place-Aufgaben, insbesondere solche, die ergonomische Verletzungsgefahren mit sich bringen oder die direkte Interaktion mit gefährlichen Maschinen erfordern.

Kriterien für die Cobot-Einführung

Bevor Sie sich für Cobots entscheiden, sollten Sie die folgenden Punkte berücksichtigen:

1. Reichweite und Nutzlast: Cobots sind ideal für Anwendungen, bei denen die Reichweite weniger als 1300 mm und das Gesamtgewicht (inklusive Endeffektor) unter 10 kg beträgt. Bei größeren Lasten sind zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich, besonders wenn Menschen in der Nähe arbeiten.

2. Homogenität und Bereitstellung der Teile: Cobots sind am produktivsten, wenn sie gleichförmige Teile in Bezug auf Größe und Form handhaben. Eine gleichmäßige Teilebereitstellung erleichtert die Programmierung und gewährleistet einen konsistenten Arbeitsablauf.

3. Kollaboration und Sicherheit: Auch wenn Cobots für eine sichere Interaktion mit Menschen entwickelt wurden, ist eine Risikobewertung erforderlich. Wichtige Überlegungen sind scharfkantige Teile, Bewegungen des Roboters und die Art der verwendeten Werkzeuge.

4. Integration: Die Interaktion des Cobots mit anderen Maschinen kann von einfachen menschlichen Handlungen bis hin zu komplexeren, synchronisierten Prozessen reichen. Eine engere Integration erhöht die Implementierungskomplexität und möglicherweise auch die Kosten.

5. Endeffektoren: Die Auswahl des richtigen Endeffektors, der am Cobot befestigt wird, ist entscheidend. Während es Standardoptionen wie Saugnäpfe und Greifer gibt, könnten spezialisierte Anwendungen den Einsatz von maßgeschneiderten oder 3D-gedruckten Werkzeugen erfordern.

6. Umweltanforderungen: In bestimmte Branchen wie die Lebensmittelherstellung könnten zusätzliche Zertifikate oder Spezifikationen erforderlich sein, diese sind dann auch bei der Cobot Auswahl zu berücksichtigen. Oder über Zusatzelemente wie einen Schutzmantel zu realisieren.

7. Flexibilität für zukünftige Anforderungen: Bei der Einführung von Cobots sollte die zukünftige Entwicklung der Betriebsanforderungen berücksichtigt werden. Eine Anpassung an den zukünftigen Bedarf kann am Anfang zwar zu höheren Kosten führen, später dann aber auch signifikant Kosten sparen.

Abschließende Überlegungen

Es ist klar, dass nicht jeder Produktionsprozess für eine Cobot-Automatisierung geeignet ist. Je komplexer die Anforderungen, desto höher können die Kosten sein. Es ist daher ratsam, vor der Entscheidung für einen Cobot einen unabhängigen Systemintegrator zu konsultieren und sich beraten zu lassen. Durch eine fundierte Analyse basierend auf den spezifischen Anforderungen kann über ein detailliertes Preisangebot für den Cobot mit Zubehör die Amortisationsdauer und Wirtschaftlichkeit berechnet werden.

Insgesamt können Cobots, wenn sie richtig eingesetzt werden, erhebliche Vorteile in Bezug auf Effizienz, Sicherheit und Kostenersparnis bieten. Es liegt jedoch am Unternehmen selbst, sorgfältig zu prüfen, ob diese Art der Automatisierung in ihrem speziellen Kontext sinnvoll ist.

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